London

Haar für Haar

Spende deinen Pferdeschwanz und Helfe denjenigen, die keinen mehr wachsen lassen können.

Ich war immer stolz auf meine langen Haare. Bei der Wahl meines Friseurs bin ich bis heute mindestens genauso kritisch, wie bei der meines Zahnarztes. Vor einigen Jahren konnte ich dann der Versuchung dann aber doch nicht mehr widerstehen und tauschte meine überlange Wallemähne gegen einen Kinnlangen Bob ein. Bereut habe ich die Entscheidung nie, dennoch beschloss ich zwei Jahre später, mich permanent für eine mittellange Frisur zu entscheiden. Gesagt, getan. Zwei Jahre später befand sich mein Schopf bereits wieder unter meinen Schulterblättern – und mir juckte es schon wieder in den Fingern. Wieder einmal haderte ich einige Zeit mit mir selbst. Zum einen, weil ich in der neuen, unbekannten Stadt so schnell keinen Friseur fand, der meinen Ansprüchen entsprach. Zum anderen, weil der unterbewusste soziale Druck in Australien es von einer Frau verlangt, lange Haare zu tragen. Um so länger, um so besser. Wochenlang hielt ich die Augen auf, nach Frauen, deren Kurzhaarfrisur mir gefallen würde und stellte erschreckend fest, dass Bob und Kollegen hier zur einer erschreckend kleinen Minderheit gehören. “Nein, in Australien wollen Frauen keine kurzen Haare”, meint eine meiner Kolleginnen, als ich die Diskussion unter den Damen anfache. “Ich will meine bis hier”, sagt sie und deutet mit ihrer Handfläche auf ihre Taille. Ach du meine Güte, denke ich. Was in den europäischen Großstädten schon längst zu heutigen Norm gehört, hat die australische Zivilisation noch nicht erreicht.

Im nu fühlte ich mich um ein paar Jahre zurück versetzt, wo ich erstmals mit meinen inneren moralischen Werten des Frau-seins kämpfte und dem einfachen Wunsch, mein äußeres Erscheinungsbild durch einen Haarschnitt zu verändern. Man sollte doch meinen, dass heutzutage eine Frau ohne Prinzessinenzopf  durchaus noch Frau genug ist. Coco Chanel machte es doch schon vor gut hundert Jahren vor, als sie nicht nur mit dem kleinen Schwarzen, sondern auch mit eleganten kurzem Haar eine Trendwelle frei setzte. Für den Hype in Deutschland sorgte Asta Nilse, die 1921 in der Shakespeare-Verfilmung Hamlet die weibliche Hauptrolle spielte. Ein Erfolg wurde der Film zwar nicht, Nielsens Frisur dafür umso mehr. Seither gilt der Bubikopf in seinen zahlreichen Variationen als Symbol der Emanzipation und der modernen Frau.

Damals nahm ich meinen abgeschnittenen Pferdeschwanz mit nach Hause, um ihn in Momenten der Verzweiflung zu Extensions verarbeiten zu können – ein Notfallplan, von dem ich aber nie gebrauch machen musste. Als ich mich gestern erneut auf einem Friseurstuhl wieder fand, hatte ich eine bessere Verwendung für mein Schnitthaar im Auge: Eine Freundin machte mich auf Organisationen wie Locks of Love oder Pantene Beautiful Lengths aufmerksam, die aus gespendetem Haar Perücken für Krebspatientinnen machen, deren Haar als Folge der Krankheit ausbleibt. Was für einen besseren Grund könnte es geben, die eigenen Locken zu opfern, um das Leben einer anderen Person für einen Moment ein bisschen glücklicher zu machen?

Wenn ihr das nächste Mal zum Friseur geht, bitte denkt darüber nach, wie viel 20 cm eures Haares für das Leben einer anderen Frau bedeuten könnten.

In Deutschland könnt ihr über folgende Initiativen spenden:

Haare-spenden.de
Verein Haarfee
Hairfax / Haircreation
BVZ Rapunzel

In diesem Sinne: Frohe, besinnliche Festtage!

Berlin

Ups, schon Weihnachten?

Noch einmal Schlafen. Unglaublich wie schnell diese Weihnachtszeit an mir vorbei gerauscht ist. Und weil alles so schnell ging, habe ich brav jegliche Modeveranstaltung in der letzten Woche ausgelassen und mich um Geschenke gekümmert. Und was soll ich euch sagen: BÜCHER GEHEN IMMER! Und für alle Modemenschen und die es noch werden wollen habe ich einen Letzte-Minute-Geschenketipp. Einzige Voraussetzung der oder die zu Beschenkende teilt meine Liebe für Guido Maria Kretschmer.

Ich habe vor ein paar Wochen “Anziehungskraft – Stil kennt keine Größe” Probe gelesen und mir dazu ein paar Fragen gestellt :-)

Was ist das für ein Buch: Ratgeber oder Modeessay?

In erster Linie eine Art Ratgeber aber ohne so einen üblen Selbsthilfebeigeschmack und ein bisschen Essay ist es auch. Also der Meister – Guido – erklärt der Welt, dass er in seinen langen Jahren als Designer zehn Frauenkörpertypen ausmachen konnte. Dabei sind das „sympathische Brett“, die “Perfekte“, die „Von-allem-etwas-zuviel“, der „Kugelfisch“ und so weiter. Zu jedem Typ kann er tatsächlich eine Geschichte erzählen, weil er jeweiligen Typ in ECHT kennen gelernt hat.

Textbeispiel: “Als die Perfekte mit ihren 1,78 Metern auf mich zu kam, da wusste ich, der liebe Gott musste einen außergewöhnlich guten Tag gehabt haben, als er sie entworfen hatte. Perfekt proportioniert, schlanke wohlgeformte Beine, einen ebenmäßigen Teint am ganzen Körper… Ja, liebe Mädels, ihr müsst jetzt ganz stark sein, es gibt sie.”

Das sind launige Geschichten, die sich schnell weglesen und man zum wichtigen Teil jedes Kapitels kommt. Nämlich zu den Stylingtipps zu jeweiliger Figur. Und die hören sich ein bisschen an wie das, was der Mann auch im Fernsehen so ablässt.

Und was kann so eine Frau mit dicken Hintern tragen?

Erstmal hat sie den niedlichen Typennamen Erdmädchen bekommen und ihre berühmteste Vertreterin ist Beyoncé. Und sie trägt am Tag „Jeans im Used-Look mit leicht ausgestelltem Bein. Eine lässige Hemdbluse und stylische Turnschuhe.  – Das hört sich jetzt ein bisschen profan an, aber die Tipps gehen ja weiter. Partyoutfits sind dabei und auch Tipps für den Winter. Da rät Guido nämlich von Wattierungen oder Stepp rund um den runden Po ab. Lieber einen schlichten Wollmantel mit einem tollen Kragen nehmen, der vom Hintern ablenkt. Da bin ich dabei. So was gefällt mir! Weil wirklich jeder sich in einer dieser Figuren wiederfindet.

Gibt es denn Bilder, an denen sich die Leserin orientieren kann?

Nein, es gibt ein paar Illustrationen, ansonsten ist alles haarklein beschrieben. Also nach dem Kapitel zu den Figurentypen steht noch mal zusammengefasst welche Merkmale jeweiligen Typ ausmachen. Danach gibt es einen Kleiderschrankcheck von Guido. Also Ausmisten licht gemacht und seine Designertipps zu Klassikern, die in jeden Schrank gehören. Das sind: das kleine Schwarze, ne weiße Bluse, Blazer oder auch ein Bleistiftrock.

Illustration aus "Anziehungskraft"/ Quelle: Edel Verlag

Ein Buch für Mädchen, die keine Ahnung von Stil und Kleidung haben?

Auch für die – ich sage, das ist ein Buch für alle, die Kleidung mögen, die sich gut anziehen möchten oder das auch schon tun, Es gibt ne Stoffkunde, ne Shoppinghilfe, so dass man nicht einfach irgendeinen Scheiß kauft. Und es ist so als würde Guido Maria die ganz Zeit mit einem quatschen. Das Buch fetzt, weil es nicht gestelzt klingt.

Und was kostet dieses Letzte-Minute-Geschenk?

Die normale Ausgabe gibt es  für 17,95  – aber der Verlag war so schlau zum Weihnachtsgeschäft noch eine Sonderausgabe in groß und leinengebunden mit Extra-Fotos rauszubringen. Das gute Stück ist für 49,95 zu haben.

Und jetzt Weihnachten  – Eure Gitzie

 

New York

Dover Street Market New York

Comme des Garcons Dover Street Market 160 Lexington Ave

160 Lexington Avenue, die Adresse des neuen Comme des Garçons' Dover Street Market in New York

Weihnachten beginnt dieses Jahr schon am 21.12., denn dann wird New York mit – man kann es in diesem Fall ruhig so nennen – dem Einkaufsparadies beschenkt. Comme des GarçonsRei Kawakubo beglückt uns mit einem Dover Street Market auf der Lexington Avenue. Auf sieben Etagen werden neben allen Linien von Comme des Garçons auch Brands wie Rick Owens, Prada, Raf Simons, Ann Demeulemeester sowie Supreme und A.P.C. zu finden sein, der gesamte vierte Stock soll Nachwuchsdesignern gewidmet werden.  kompletten Post lesen

Stockholm

Face Stockholm endlich in Deutschland

Internationale Make-up-Artists lieben die Nuancenvielfalt des schwedischen Labels.

Beauty-Liebhaberinnen schätzen das Credo von Gründerin Gun Nowak, dass “Make-up eine Wohltat für die Seele ist”. Face Stockholm steht für das schwedische Schönheitsideal: Natürlich, trendbewußt, einfach,rein, farbenfroh und lustig. kompletten Post lesen

Paris

Farewell Kate Barry…

Portrait von Kate Barry

Portrait von Kate Barry

Kate Barry war die Tochter von Jane Birkin und dem britischen Filmmusikkomponisten John Barry, der die Musik zu mehreren James-Bond-Filmen schrieb. Bis zu ihrem 13. Lebensjahr wurde sie von Birkin und deren neuem Freund Serge Gainsbourg großgezogen. Sie war die Halbschwester der Schauspielerinnen Charlotte Gainsbourg und Lou Doillon. Obwohl sie bei einem der schillerndsten Traumpaare des Showbusiness aufwuchs, schien ihr persönliches Glück scheint nie gefunden zu haben. kompletten Post lesen