London

Trendresort 2014

Stella McCartney

Nur noch wenige Stunden bis wir uns von einem weiteren Kalenderjahr verabschieden. Nachdem ihr euch einen Moment Zeit genommen habt, um zu reflektieren, ob 2013 das gehalten hat, was ihr euch davon versprochen habt, habe ich hier etwas, was euch helfen sollte das neue Jahr – zumindest modisch- zu visualisieren. Nach tagelangem klicken durch die Designerkollektionen für 2014 habe ich für euch meine 5 liebsten Trends für das kommende Jahr zusammengestellt, damit ihr Trendmäßig auf keinen Fall zu spät aufsteht.

Maxi-Marlene
In 2014 sollen Beine nun endlich wieder aufatmen können, den Beinverkleidung á la Skinny bekommt gehörig Konkurrenz mit der low-rise und extra weiten Version der Marlene Hose. Achtung: Bei diesem extremen Trend ist es wichtig es oben herum weiblich und Körperbetont zu halten.

Narciso Rodriguez

Narciso Rodriguez

Chloé

Chloé

Bohemia
Einer meiner ständigen Lieblingstrends der letzten Saison. Kaum ein Trend ist so verspielt und romantisch zugleich, ohne zu kitschig zu wirken, ein absolutes Muss für die kommenden Sommermonate und Strand-Outfits.

Moschino Cheap & Chic

Moschino Cheap & Chic

Roberto Cavalli

Roberto Cavalli

Crop it like it’s hot
Ahhh ja, Crop Tops. Auch wenn am Anfang eher mit Vorsicht genossen (die Modesünden der 90er hatten einfach noch zu tief gesessen), haben sie die Modeherzen in diesem Jahr dann doch wieder schnell für sich gewonnen. Der Trend bleibt im kommenden Jahr bestehen und geht am liebsten mit high-rise Röcken und Höschen aus. Etwas Haut darf durchaus dabei sehr gerne hervor blitzen, dabei gilt jedoch: weniger ist mehr.

Alexander McQueen

Alexander McQueen

Balenciaga

Balenciaga

New Lace
Spitze war wohl einer der größten und beständigsten Trends der vergangenen zwei Jahre. Und auch im kommenden Jahr prophezeien die Modesterne eine Erfolgsprognose für das zierliche Material. Designer wie Burberry und Christopher Kane haben mit neuen Webtechniken dem Trend dabei einen neuen, aufregend Schliff verpasst.

Christopher Kane

Christopher Kane

Burberry Prorsum

Burberry Prorsum

Wildes Leder
Wildleder feiert 2014 ein außergewöhnliches Comeback – in denn aufregendsten Farben. Alexander McQueen, Emilio Pucci und Ralph Lauren haben ihre Wildleder-Designs in bunte Farbtöpfe getunkt und das Ergebnis sind grüne, pinke und violette Hotpants und Mäntel, die wir ab nächstem Jahr in den Shops finden werden.

Calvin Klein Collection

Calvin Klein Collection

Ralph Lauren

Ralph Lauren

Modisch gesehen verspricht 2014 ein farbenfrohes Jahr zu werden, mit wilden, ungewöhnlichen Materialmixen und natürlich den All-time-favorites mit einem kleinen Twist. Viel Spaß beim experimentieren und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich für meinen Teil, kann’s kaum erwarten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Berlin

Aerobicpilatesballett für 2014

Na, schon die üblichen Vorsätze fürs neue Jahr gefasst. Wenn bei euch “Sport treiben” auf der Liste steht, habe ich eine Idee. In den USA und auch in Australien erfreut sich gerade “Barre Workout” größter Beliebtheit. Das ist eine Mischung aus Pilates und Ballett – musikalisch untermalt mit einer Art Ballermann-Techno. Nun ratet mal, wer es schon mal für euch ausprobiert hat…

Andrea Rogers, Erfinderin von Xtend Barre

Genau: Ich.

Der Nachmittag im australischen Spätwinter hätte mit einem heißen Kakao bei Sonnenuntergang so gemütlich sein können. Stattdessen stehe ich in einem grell beleuchteten Raum. Schlechter Technopop brüllt aus den Boxen, eine blonde Frau brüllt ebenfalls.

Rond de irgendwas! Plié! Passé! 15 schlanke Frauen schleudern ihre Beine vor und zurück. Heben die Arme als wollten sie den sterbenden Schwan mimen. Die deckenhohen Spiegel reflektieren alles. Die grazilen und die plumpen Bewegungen. Die Frauen gehen auf die Zehenspitzen, die sind aus hygienischen Gründen in Stoppersocken verpackt, ihre Hände liegen auf einer Ballettstange.

So ähnlich schön und grazil sah ich auch aus... NICHT/Foto: Xtend Barre

Was hier in der vierten Etage eines Bürohauses mitten in Sydney stattfindet, wird „Xtend Barre“ genannt. Also „erweiterte Ballettstange“. Wer in dem urbanen Studio einen 55-minütigen Kurs besucht, bekommt eine Mischung aus Ballett, Pilates und Aerobic. Obwohl es Freitagabend ist und der Australier gern ein Feierabendbier trinkt, ist der verspiegelte Raum gut gefüllt. Noch voller ist es nur am frühen Morgen. Studioinhaberin Jen de Leon erklärt, warum ihr Ballettstangentraining so gut ankommt.

“Die meisten Kurse mit Ballettstange sind sehr statisch. Du bist an der Stange und bringst dich dort in Form – das macht ein Barre Workout aus – Aber wir binden auch noch Tanzelemente mit ein. Mit diesen kommt Bewegung ins Training und mit der Bewegung bringen wir unser Herz-Kreislauf-System in Schwung.

Die zierliche Inhaberin des Studios, das sich über die gesamte Etage zieht, war selbst professionelle Tänzerin. Sie schwärmt von der neuen Trainingsform, die natürlich in den USA entwickelt wurde – von einer gewissen Andrea Rogers, ebenfalls Ex-Tänzerin.

“Im Pilates geht es darum, die Wirbelsäule in natürlicher Form zu halten. Im Ballett hingegen wird ganz oft das Becken nach vorn geschoben – so läuft man aber im normalen Leben nicht rum. Deshalb müssen wir verinnerlichen: Brust raus, Schultern nach hinten und unten, so wird deine Haltung stabil.”

Und weil es ein Training für Dicke und Dünne, Schwangere und Verletzte sein soll, wird bei Xtend Barre eben nicht nur das Becken vorgeschoben und mit den Händen der nicht vorhandene Tutu aufgeschüttelt, sondern auch an der gesunden Wirbelsäulenhaltung gearbeitet.

Training mit dem Pilatesball sorgt für sanften, schonenden Muskelaufbau/Foto: Xtend Barre

Die blonde Trainerin drillt immer noch ihre 15 Teilnehmerinnen. Die Luft ist nach 30 Minuten ganz warm und stickig, das Wasser tropft den Freizeittänzerinnen von der Stirn. Obwohl sie nicht mehr mit den Beinen quirlen als wollten sie frisch gekochten Pudding umrühren. Die Frauen liegen in ihrer engen Sportkleidung auf dicken grünen Yogamatten, die Beine in die Luft gestreckt, zwischen ihren Oberschenkeln klemmt ein grauer Ball. Trotz Ball kreuzt Tanyth Floy ganz elegant die Beine.

“Die Bewegungen sind recht einfach, die hat man schnell raus. Es gibt keinen Grund, sich fehl am Platz zu fühlen. Aber es ist wirklich anstrengend für die Muskeln am Anfang.”

Die Mittdreißigerin kommt regelmäßig zum Barre-Workout. Es forme die Muskeln so schön, definiert sie. Erste Ergebnisse sähe man schon nach einer Woche. Kein Wunder, dass in mehr und mehr Pilatesstudios eine Ballettstange an die Spiegel geschraubt wird. Schnelle Ergebnisse – das passt zur Fast-Food-Gesellschaft.

Anmutig bewegt sich nur der, der regelmäßig trainiert/Foto: Xtend Barre

Das Ergebnis nach 55 Minuten mit der blonden Drillinstruktorin lautet allerdings: Selbst wenn ein beweglicher, schlanker Mensch zum ersten Mal Ballettschritte macht, hat er die Eleganz eines betrunkenen Elefanten. Das tut mehr weh als jeder Muskelkater. Und damit ihr wisst was ich meine, habe ich den betrunkenen Elefanten filmen lassen.

PS: In Deutschland gibt es ein Studio in Düsseldorf, Pilates Zeit, in dem der gleiche Stil des Ballettstangentrainings angeboten wird. Die Macherin möchte 2014 ein reines „Xtend Barre“ Studio eröffnen. Mal sehen wie beliebt bei uns Deutschen diese Aerobicpilatesballettmischung wird.

Einen Guten Rutsch wünsche ich, mit Tutu auf den Hüften und Plié in den Beinen.

Paris

ABC oder A.P.C.

Aktuelle Modekampagne von A.P.C.

Aktuelle Modekampagne von A.P.C.

Im Winter 1987 betrat die Modemarke zum ersten Mal den Laufsteg, der Rest ist Geschichte. Das Modehaus A.P.C. präsentierte Jeans mit einer neuen perfekten Passform, die heute zu Erfolgsmodellen geworden sind. Hinter den drei Buchstaben steht das “Atelier de Production et de Création” mit seinem Pariser Konzept perfektionierter Eleganz für avantgardistische Trends. Eine Marke, drei Buchstaben, drei Schritte voraus.

Der tunesische Gründer der Marke, Jean Touitou, wollte anfängliche eine heftige Ablehnung schaffen gegen das was in den 80ern in Mode war: die Gier, die Sucht nach Berühmtheit.

Die Marke hatte nicht einmal einen Namen; A.P.C. war nur der Name der Firma und die Kleidung selbst wurde nach der Saison benannt: Winter 87.

A.P.C. Boutique in der rue Royale

A.P.C. Boutique in der rue Royale

Im Rückblick wirken die A.P.C.-Läden wie Vorläufer des Edel-Kaufhauses Colette. Als Jean Touitou reich wurde, kaufte er sich ein Aufnahmestudio, um Musik zu produzieren. Mittlerweile hat sein Musiklabel über 15 Albums aufgenommen und in den A.P.C. Boutiquen gibt es neben Kleider jede Menge anderer Dinge zu kaufen.

Seit 2012 entwirft Vanessa Seward die Damenkollektionen und diese sind ganz im Einklang mit dem minimalistischen Stil des Hauses. Dieser ist komplexer als die auffällige, überladene Mode. Er verlangt genaues Arbeiten. Keine Applikationen oder Stickereien können ablenken. Deshalb arbeiten im Atelier allein 25 Leute jeden Tag daran, die richtigen Schnitte zu kreieren.

Jean Touitou bezeichnet sich selbst als einen entspannten Typ sein, denn nur so kann er unaufgeregte Mode entwerfen, sollte es damit eines Tages vorbei sein, hört er damit auf.

Da wollen wir doch hoffen, dass er noch viele Jahre weiter cool bleibt!

www.apc.fr