New York

Yoko Ono x Opening Ceremony

Yoko Ono x Opening Ceremony

Yoko Ono für Opening Ceremony: LED-Nippel, Hände im Schoß und Hintern auf dem Pulli. WHAT THE...?!?

Seit einem Ausstellungsbesuch in Paris 2006 liegt mir Yoko Ono sehr am Herzen. Nun hat sie mit Opening Ceremony für eine von John Lennon inspirierte Menswear-Kollektion kollaboriert und als ich das Ergebnis sah, fragte ich mich zunächst: “What the …?!?” Und dann musste ich laut lachen. Yoko, du Schlitzohr!

Einer der schönsten Museumsbesuche, an den ich mich erinnere, war, als ich mit meiner Freundin Isabell Polak eine John-Lennon-Ausstellung ansah. Isabell lebte damals in Paris (ich ließ mir die Gelegenheit für einen Urlaub selbstverständlich nicht entgehen) und wir liefen eines Abends auf dem Heimweg von einem Konzert, das wir nie besuchten, weil wir zu spät waren, am Musée de la Musique vorbei und sahen die Poster für eine John-Lennon-Ausstellung. Kann man sich mal ansehen, dachten wir, also kamen wir am nächsten Tag zurück.

Um ehrlich zu sein, ich erinnere mich kaum an die Exponate, die uns John Lennons Leben und Werk näher bringen sollten. Denn das, was wirklich Eindruck hinterließ, fanden wir, als wir nach dem letzten Ausstellungsraum ins Untergeschoss stolperten: Arbeiten der Konzeptkünstlerin Yoko Ono, mit der sie gerne weltverbessernde Botschaft in die Welt bläst. Ganz hingerissen waren wir! Seitdem nehmen wir es persönlich, wenn jemand sagt, „Yoko Ono hat die Beatles auseinander gebracht,“ als habe Yoko nie etwas besseres zu tun gehabt.

YOKO ONO FASHIONS FOR MEN 1969-2012

Plexiglassschild mit Klingeln, Netz-Cut-Out-Shirt, Männer-BH mit LED-Lämpchen. Warum nicht?

Umso verwunderter war ich zunächst, als ich die Entwürfe der Künstlerin und Friedensaktivistin für Opening Ceremony namens „Fashions for Men 1969-2012“ sah.

Man weiß ja vieles über die Beziehung von Yoko und John Lennon, ich sage nur „Oh, hi!“ und Bed-In-Honeymoon. Bisher nicht bekannt war, was Yoko John zur Hochzeit schenkte: Ein Buch mit dem Titel Fashions for Men, das Illustrationen ihrer Vorstellung von Männermode beinhaltete. Inspiriert dazu wurde Yoko Ono, wie sie Women’s Wear Daily verriet, von John Lennons sexy Körper:

„I was inspired to create ‘Fashions for Men’ amazed at how my man was looking so great. I felt it was a pity if we could not make clothes emphasizing his very sexy bod.“

Ihre Designs von 1969 wurden nun tatsächlich zusammen mit Opening Ceremony umgesetzt und heraus kamen … Klingelbusen, Netz-Cut-Out-Shirts und Männer-BHs mit LED-Lämpchen. Untragbar? Unausstehlich? Mag sein. Aber soll ich euch verraten, was ich denke? Yoko lacht sich heimlich ins Fäustchen. Sie kann machen, was sie will, weil sie Yoko Ono ist

Um es mit Andy Warhol zu sagen ist: „Art is what you can get away with!“

An Animation of Yoko Ono Fashions for Men from Opening Ceremony on Vimeo.

Auf dieses Thema gibt es 5 Reaktionen

  1. Grossartig – danke!!

  2. Did I said, that I f@cking love fashion!

    Danke Sophia für Deinen coolen Artikel – hat mir gefallen.

    Die Mode von der Dame bzw. der Kollaboration ist der Oberhammer, auch wenn es für manche Gemüter ein wenig zu HART ist ;-)

    Good work, cheers

    • Das freut mich, dass es dir gefällt, Oliver! Und danke!
      Wenn du kannst (ich gehe mal davon aus, dass die Stücke für dich nicht zu hart sind), solltest du schnell zuschlagen, denn natürlich ist alles limitiert!

  3. Yoko ist für mich eine der vielfältigsten Künstlerinnen die ich kenne!
    Sie ist einfach grossARTig!!!
    In Berlin habe ich die Ausstellung „One On One“ angesehen und habe die Werke von Yoko bestaunen dürfen.
    Jetzt freue mich schon auf die baldige Ausstellung in Frankfurt.
    Für alle der Tip:
    15. Februar 2013 in der SCHIRN die große Yoko Ono-Retrospektive

  4. Nur zu Johns Ehrenrettung sei angefügt: Ich kann mich sehr wohl auch an seine Ausstellungsräume erinnern, und daran, wie wir weinend zu “Working Class Hero” vor seinen Grundschulzeugnissen standen. “Merry XMas, War Is Over. Yoko and John Lennon Ono”. Der schönste Museumsbesuch aller Zeiten. In der Tat.

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