New York

Kehinde Wiley in der Sean Kelly Gallery

Kehinde Wiley. Mit freundlicher Genehmigung der Sean Kelly Gallery, New York.

Dacia Carter. Öl auf Leinwand. 2012. Kehinde Wiley. Mit freundlicher Genehmigung der Sean Kelly Gallery, New York.

Für Economy of Grace kollaborierte der Maler Kehinde Wiley mit Givenchys Riccardo Tisci. Die Serie feiert afroamerikanische Frauen in einem Kontext der Kunstgeschichte, von dem sie bisher vernachlässigt wurden. 

Kancou Diaovno. Öl auf Leinwand. 2012. Kehinde Wiley. Mit freundlicher Genehmigung der Sean Kelly Gallery, New York.

Bekannt wurde Kehinde Wiley für seine Porträts, die auf Fotos von jungen afroamerikanischen Männern, die er z.B. auf den Straßen Harlems castete, basierten. Wenngleich er in traditionellem Stil von Meistern wie Gainsborough, Titian und Ingres arbeitete, brachte er die Symbolik der Porträtmalerei durcheinander, als er die Konventionen von Verherrlichung und Ansehen auf urbane Afroamerikaner anwendete. Er stellte junge, schwarze Männer – in der eurozentrischen Kunstgeschichte viel zu schwach vertreten – vor barocke Hintergründe und in den Kontext von Macht, Heldentum und Erhabenheit.

Seine erste Ausstellung in der Sean Kelly Gallery, die am Samstag eröffnete, widmet er nun zum ersten Mal Frauen, insbesondere: afroamerikanischen Frauen, die er in den Straßen New Yorks entdeckte. Wieder basierend auf Porträtmalerei alter Meister, hinterfragt Kehinde Wiley mit Economy of Grace das Denken des Mainstreams in Bezug auf weibliche Schönheit und den Platz schwarzer Frauen in der abendländischen Kunstgeschichte (bisher nämlich vor allem weißen Frauen vorenthalten).

Mary Little, Later Lady Carr. Öl auf Leinwand. 2012. Kehinde Wiley. Mit freundlicher Genehmigung der Sean Kelly Gallery, New York.

Während er Männer in ihrer eigenen Kleidung malte, kollaborierte Kehinde Wiley dieses Mal mit Givenchys Kreativdirektor Riccardo Tisci, der für die Serie Economy of Grace sechs Kleider entwarf. Wiley und Tisci verbrachten Stunden in den Galerien des Louvre und diskutierten Ästhetik sowie gesellschaftliche Ideale von weiblicher Schönheit und die häufige Ausgrenzung von Frauen „of color.” 

Grace steht im Englischen sowohl für Anmut als auch für Gunst und Gnade. Wiley sagt: „Die Formulierung economy of grace bezieht sich darauf, wie wir Anmut erzeugen und schätzen, wem wir diese Ehre verleihen und darauf, dass Grace ein Ideal ist, nach dem wir streben und das doch gleichzeitig als gegebenes Menschenrecht angesehen wird.” Frauen, so Wiley, male er, „um mit der Darstellung von Gender in der Kunstgeschichte ins Reine zu kommen. Man muss den Diskurs erweitern!”

Sean Kelly Gallery, 528 West 29th Street, New York, NY 10001

Auf dieses Thema gibt es eine Reaktion

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


5 × 1 =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>