New York

Gwen: Ruff and Tuff

Gwen Stefani No Doubt Settle Down

Gwen Stefani in No Doubts Video zu Settle Down

Ich gestehe: Ich war ein Gwenabie. Im Alter von circa elf  Jahren wollte ich sein wie Gwen Stefani. Mit allem Drum und Dran, ich klebte mir sogar ein Bindi auf die Stirn. Ganz im Ernst. Nun gibt es ein neues Video von No Doubt und mich hat es wieder erwischt: Gwen Stefani sieht zum Niederknien aus. 

Seit 1995, als No Doubts drittes Album Tragic Kingdom erschien und ich mich in Gwen verliebte, sind 17 Jahre vergangen. Es gab mal mehr und mal weniger gute Alben von No Doubt und Gwen Stefani, ich denke manchmal „Warum?!“, wenn ich Gwens Outfits sehe und ihren Mann finde ich inzwischen ganz schön cheesy (und das, obwohl meine Freundin Betty Conrady und ich den mal gut fanden und uns sogar ein Konzert von ihm und seiner Band, deren Namen ich vergessen habe, angetan haben). Wenn mich heute jemand nach den Heldinnen meiner Jugend fragt, dann erwähne ich natürlich nur Kim Gordon oder Kathleen Hanna (Bikini Kill), denn man will ja schon immer cool und feministisch gewesen sein.

Gwen Stefani in Settle Down, ganz die Alte!

Gwen Stefani in Settle Down, ganz die Alte! Shirt von Fred Perry, Hose von L.A.M.B.

Wenn ich aber No Doubts aktuelles Video zu Settle Down sehe, dann kann ich einfach nicht aus meiner Haut. Ich werde nostalgisch, auch wenn ich die Frisuren von Tony Kanal, Adrian Young und Tom Dumont eigentlich total albern finden müsste. Wenn Gwen singt: „I’m a ruff and tuff / And nothin’s gonna knock this girl down,“ dann himmle ich sie wieder an wie damals, bei Just A Girl. 

Was nicht hinderlich ist: Gwen ist seit 2001, als das letzte Album Rock Steady erschien, kein bisschen gealtert. Wie kann man so fabelhaft aussehen? Mir bleibt die Spucke weg. Sie ist ganz die Alte, nicht Hollywood-Fashionikone, sondern das schönste und coolste Mädchen aus Orange County, das Ska liebt (man beachte die schwarzweißen Nägel im Video) und stolz die BH-Träger aus dem Tank Top hervorblitzen lässt.


No Doubt — Settle Down – MyVideo

Neben Gwens Look – natürlich mit roten Lippen (sie trägt im Video L’Oreal Paris Infallible Le Gloss in Red Fatale), Katzenaugen und Platin-Haar – kommt einem im Video noch so einiges anderes bekannt vor, zum Beispiel wenn Tony Kanal in eine Orange beißt: Das Symbol für Orange County (die Heimat der Band) war die Frucht, mit der Gwen auf dem Cover von Tragic Kingdom und im Video zu Don’t Speak poste. Sophie Muller, die bei fast allen Videos von No Doubt Regie geführt hat (z.B. Don’t Speak, Underneath It All, Hey Baby), übernahm auch bei Settle Down wieder das Steuer. Im Video feiert No Doubt die Wiedervereinigung nach einem Jahrzehnt der Pause und bei der Gruppenumarmung der Band wäre man gerne dabei. Naja, und ich trage heute Tank Top und rote Lippen.

No Doubts neues Album Push and Shove wird übrigens Ende September erscheinen.

Auf dieses Thema gibt es 4 Reaktionen

  1. Musik hält jung, ich sags ja immer wieder – außer Du spielst bei den Rolling Stones :-)

  2. Echt cooles Video. Gwen ist immer noch so crazy, wie vor 17 Jahren. Und Sie sieht noch besser aus.

  3. Unendlich großartig. Ich habe gwen immer schon sehr vorbildmäßig gefunden. Und daran hat sich auch irgendwie nichts geändert. Die Frau sieht schon älter aus, nicht mehr so weich wie früher, dennoch im Stil immer gleich. Das finde ich voll gut.

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