Berlin

Tschüss, Lil* Shop!

Das Jahr geht zu Ende und so auch eine kleine Ära. Die Ära des Lil* Shops mitten in Mitte. Der Shop war bekannt für seine exklusive Auswahl an Comme des Garçons und anderen japanischen Designern. Lil Schlichting-Stegemann hat in der vergangenen Woche nach sechs Jahren die Kisten gepackt und die Tür zu ihrem Shop zugesperrt. Doch bevor jetzt alle in Tränen ertrinken: es gibt gute Nachrichten!

Während Lil dabei war die wunderbaren Klamotten von Comme de Garçons und Co. in die Kisten zu verstauen, habe ich die Frau, die vor dem Lil* Shop immer wieder mit Guerrilla-Stores für modische Furore in der Stadt sorgte, ausgefragt. Hier ist das Ergebnis.

Lil* Shop in Mitte

Wenn man in Berlin nach “Comme de Garçons” gesucht hat, dann war der Lil* Shop DIE Adresse – woher kommt deine Faszination für das Label?

Ich habe Mode studiert und Kawakubo hat einen riesen Einfluss gehabt auf das eigene Tun, weil sie eben immer sehr extreme Standpunkte vertreten hat. Das ging da eigentlich nicht nur um Mode, sondern um neue Sichtweisen in Sachen Kleidung zu schaffen – das hat mich immer fasziniert.

Und deine Faszination generell für japanisches Design – woher stammt die? Denn das ist schon auffällig hier im Shop!

Die Japaner verbinden Traditionelles mit westlichen Attributen und dieser Bruch, diese Mischung gefällt mir. Also auch, dass das oft einfach schrill ist, dass die Leute sich mehr trauen, dass sie mehr aus sich rausgehen, obwohl das ein Widerspruch ist mit dem eigentlich sehr verschlossenen Japaner. Aber in der Kleidung kann er sich richtig ausleben und das finde ich schon toll.

Warum macht der Lil* Shop jetzt zu?

Ich habe mit dem Konzept Laden abgeschlossen, weil ich wieder ein bisschen mehr Zeit für meine eigene Arbeit brauche. Ich möchte wieder mehr an meinen eigenen Projekten und an meiner eigenen Linie arbeiten und deshalb haben wir beschlossen, dass wir in meinem Atelier weitermachen. Das wird dann ein bisschen privater sein, wir öffnen nur zweimal in der Woche für Kunden und ansonsten sind wir da und arbeiten.

Erzähl mir doch mal von deinen eigenen Sachen!

Mein Label heißt “Les Moutons Noirs” – das heißt “Die schwarzen Schafe”. Eigentlich sagt man ja immer es gibt ein schwarzes Schaf in der Herde, aber wir sind mehrere (lacht). Ich habe das Label mit einer Kommilitonin zusammen gegründet, jetzt mache ich das alleine, aber immer in Zusammenarbeit  mit verschiedenen Designern oder Künstlern.

Meine Entwürfe haben die Anklänge von dem was mich immer beeinflusst hat, aber sie sind auch spielerisch. Gute Qualität, sie sind durch Brüche geprägt, ich mag sehr gern Farbe.

Ich finde es schön Kleider zu kriieren, aber ich mache auch Schmuck.

Gibt es Key Pieces?

Ja, zum Beispiel machen wir seit ein paar Jahren die handgestrickten Wollmützen aus Merinowolle – die sind so ein Klassiker. Dann auch unsere Schlüsselketten, die es in allen möglichen Farben gibt. Dann habe ich auch Hosenklassiker, die ganz speziell sind mit einem etwas tieferen Schritt. Die verkaufen sich auch sehr gut.

Ok! Wann und wo geht es weiter – dann mit “Les Moutons Noirs”?

Ungefähr Mitte Januar. Die Leute, die in der Mailingliste sind, bekommen dann eine Einladung. Es ist direkt in der Nachbarschaft, ein Haus weiter, Nummer 185 (Brunnenstraße) im Hinterhof, im Durchgang.

“Les Moutons Noirs” Klassiker: Merinowollmütze

Die beliebten “Les Moutons Noirs” Schlüsselketten

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


6 × 8 =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>