Berlin

Ready, steady, go! Berlin Fashion Week

Schon zum dritten Mal findet die Fashion Week Berlin nicht mehr am Bebelplatz sondern am Brandenburger Tor statt

Fashion Week mit Fahrrad und Birkenstocks? Das war einmal. Denn zum einen scheinen die Wetterverhältnisse der einzigen, im Sommer (!) stattfindenden Womenswear Fashion Week nie so günstig, zum anderen hat Berlin beim Glamourfaktor zugelegt. Denn neben den Laufstegschauen und Studio-Präsentationen finden vom 03. – 07. Juli 2012 überall in der Stadt Empfänge mit Wermutgetränk statt, wird Mode – wie im Green Showroom, im Vogue Salon oder zur Lala Berlin Präsentation – in plüschigen Hotel-Suiten oder Lobbys gezeigt und dank der Tatsache, dass die Berliner Modewoche zeitgleich zu den Messen Premium, Bread & Butter und Bright stattfindet, ist ihr auch internationale Aufmerksamkeit und Presse gewiss.

Doch was sind die Highlights der, zum elften Mal stattfindenden Mercedes-Benz Fashion Week? Welche Geheimtipps gibt es? Wo wird gefeiert und vor allem: Welche Events sind öffentlich und nicht nur für ein Fachpublikum aus Designern, Presse und Einkäufern?

Nichts für Geheiminskrämer: Dass Perret Schaad (links) und Vladimir Karaleev (Mitte) neben großen Marken wie HUGO by Hugo Boss (rechts) zu den Highlights der Modewoche gehören, wissen inzwischen auch die Berliner

Seit knapp einer Woche steht der offizielle Zeitplan für die Catwalk-Shows, den es hier zum Download gibt, und zu den Höhepunkten gehören wie immer Hugo by Hugo Boss, Michalsky, Kaviar Gauche, Schmumacher, Perret Schaad, Vladimir Karaleev, Michael Sontag und natürlich der „Designer for Tomorrow“ Award von Peek & Cloppenburg am Mittwoch, zu dem Schirmherr Marc Jacobs fünf internationale Nachwuchsdesigner präsentieren wird, von denen der talentierteste auf der nächsten Fashion Week seine eigene Laufstegpräsentation bekommt.

Kampagnenmodel der diesjährigen Mercedes-Benz Fashion Week ist das puerto-ricanische Supermodel Joan Smalls, die Mario Testino, äh, ja etwas sehr nach Aldous Huxleys "Schöne Neue Welt" aussehen ließ

Auch insgesamt geht es in Berlin um ein ausgewogenes Verhältnis aus großen Akteuren und der Förderung junger Designer, von denen Berlin bekanntlich viele hat. Schließlich gibt es in der deutschen Hauptstadt rund 5.000 Studierende in den Fächern Mode-, Produkt-, Grafik- und Kommunikationsdesign sowie Fotografie und Bildende Kunst. Tendenz steigend. Und gerade weil Berlin nicht wie Paris oder Mailand große, traditionsreiche Modehäuser vorzuweisen hat, liegt in der jungen Avantgarde das Potential der Stadt.

Erneut haben sich die New Yorker (capsule) und der Collect Showroom zusammengetan und bieten “high-end contemporary brands, independent designers and super premium street wear labels” am 05. und 06. Juli 2012 im Berliner Postbahnhof eine Plattform

Deshalb wurde im Januar schon neben dem regulären Catwalk im Zelt am Brandenburger Tor ein kleineres Studio eingerichtet, in dem Designer wie Issever Bahri, 1913 Berlin by Yujia Zhai-Petrow, Sopopular, Marc Philippe Coudeyre , Sissi Goetze, Sebastian Ellrich oder Blame ihre Kollektionen als Installation präsentieren. Deshalb findet zur Fashion Week der Collect-Showroom in Kooperation mit der New Yorker Messe (capsule)  im Postbahnhof statt, der die Jungen und Wilden (und deshalb Spannenden) präsentiert. Und auch der „Start Your Fashion Business“ Wettbewerb, der vom Berliner Senat ausgerufen worden ist, setzt ganz auf die Förderung der Nachwuchs und vergibt am Freitag, den 06. Juli in der Parochialkirche drei Förderpreise an Blaenk, Blame und Sissi Goetze.

Die Finalisten des diesjährigen Start Your Fashion Business-Wettbewerbs: Blaenk, Blame und Sissi Goetze

Doch Berlin wäre nicht Berlin (sondern dann vielleicht eher Düsseldorf), wenn hier nur mit kühler Miene eisige Deals geschlossen würden. Denn natürlich feiert die Hauptstadt sich und ihre illustren Bewohner auch gerne selbst. Und so werden neben der Eröffnung des ersten The Kooples Stores in der Galerie Lafayette, des Barbour Heritage Store in der Alte Schönhauser Straße 39, der Präsentation einer limitierten A Kind of Guise-Taschenkollektion im Voo Store, natürlich auch gleich drei Eröffnungspartys, eine Closing Party und der übliche Pflichttermin dazwischen gefeiert.

Berlin feiert: Opening , Closing und Broken Hearts Club zwischendurch

Denn die Fashion Week selbstverschwenderisch eröffnen werden am Dienstag Abend die Opening Party der Projektgalerie im .HBC in der Karl-Liebknecht-Straße 9, die Dandy Diary & Facehunter Opening Party in zwei Zirkuszelten am Postbahnhof und die Istanbul Next Opening Party – die Kooperation von jungen Designer aus Berlin und Istanbul –im Voo Store.
Am Donnerstag dann findet wie immer der halsbrecherische Broken Hearts Club im Ballhaus Berlin in der Chauseestraße 102 statt. Und feierlich beschließen wird die Modewoche die Closing Party „FIN“ von Derzeit am Samstag, den 07. Juli im Picknick in der Dorotheenstraße 90. Und sämtliche Gelage sind natürlich nicht nur für die Modemeute, sondern für alle zugänglich.

Etwas kultivierter, dafür aber umso sehenswerter ist auch die Ausstellung „Die Sibylle Jahre – Modefotografien 1967 – 1987“ in der Galerie für Moderne Fotografie in der Schröderstrasse 13, die sich noch bis zum 25. August 2012 mit den Porträt- und Modefotografien Roger Melis beschäftigt. Melis war Fotograf zu DDR-Zeiten und entzog sich konsequent den gängigen Vorstellung der vom SED-Staat gelenkten Fotografie.

Roger Melis aus "Die Sibylle Jahre - Modefotografie 1967 - 1987" in der Galerie für Moderne Fotografie

 

Auf dieses Thema gibt es eine Reaktion

  1. Fashion Week ist wirklich schon eine spannende Sache. Ich wäre so gerne diese Woche nach Berlin gefahren, schaffe es aber zeitlich leider nicht. Ich ärgere mich jedesmal, dass ich anscheinend was Mode angeht, in der falschen Stadt wohne: Hamburg!

    Allen die das Glück haben, dabei zu sein, viel viel viel Spaß :-)

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