Berlin

Peter Doherty als Modezar

Auch wenn Karl Lagerfeld vor 6 Jahren über ihn sagte: “Seine Musik, sein Look – vorbei. Darüber muss man gar nicht mehr nachdenken” durfte Peter Doherty nun für "The Kooples" eine Kollektion entwerfen

Zwar war der Launch schon für letzten Herbst geplant weil der frühere Libertines-Frontman und Exfreund von Kate Moss aber wegen Kokainbesitz sechs Monate im Knast verbringen musste erschien seine Kollektion für „The Kooples“ erst jetzt. „Mit Peter Doherty zu arbeiten ist ein Abenteuer. Er ist ein leidenschaftlicher und kreativer Künstler, aber Kreativität kann manchmal eben auch zu Komplikationen führen“, ließen die drei Elicha-Brüder, die die französische Marke 2008 gründeten, ganz diplomatisch dazu verlautbaren.

Doch irgendwie hätte der Marke, die mit dem Geist untrennbarer Liebespaare spielt (bei „The Kooples“ trägt man seine Zusammengehörigkeit nämlich nicht durch Freundschaftsarmbänder oder Ringe sondern durch eine fein aufeinander abgestimmte Garderobe zur Schau), nichts Besseres passieren können. Changiert der Kooples-Stil doch zwischen französischer Bohème und englischem Dandyismus und erinnert immer etwas an den Verschwörergeist von Bonny & Clyde.

Weil die Brüder seit 2011 nun nicht mehr nur modisch Zweisamkeit fördern, sondern mit The Kooples Records auch Liebende, die gemeinsam musizieren, luden sie Doherty ein, eine eigene Capsule Colletion zu entwerfen, die er jetzt gemeinsam mit On-Off-Verlobte Irina Lazareanu präsentiert.

Wer würde sich auch besser dafür eignen? Schließlich war Doherty es, der die dürre Rumänin mit dem vielen vollen Haar als Drummerin der Babyshambles zur Musik brachte, ihr, Lazareanus Angaben zufolge, beibrachte „wie man ein Gedicht in Musik verwandle“ und beide zelebrieren mit ihrer Garderobe seit jeher eine Mischung Rock’n’Roll und Eleganz, die aus der Zeit gefallen ist.

Stil liegt bei den Dohertys in den Genen: "I had a stylish uncle who inspired me to dress up, also my mum use to make me wear a uniform to school when you didn’t need to wear one, it taught me how to look smart. I long for the days when everyman wore a suit."

Und so sind auch Dohertys Entwürfe für die Kooples von vergangenen britischen Subkulturen inspiriert, konkret von der ersten Welle der Mods in den Sechzigern und den Suedeheads der frühen Siebziger. Die Kollektion umfasst neben scharf geschnittenen Anzügen, knöchellangen Jeans, puristischen Hemden und Hosenträgern auch Doherty Markenzeichen: den beigen Panamahut und einen klassischen Fedora. Beide Hüte entstanden in Zusammenarbeit mit Lock & Co. Hatters, den Londoner Hutmachern, die schon die Hüte von Charlie Chaplin fertigten.

Mit etwas mehr französischer Leichtigkeit doch dem gleichen Blick für akribische Details entwarf Doherty die Looks für Frauen: Jeansshorts mit Bundfalten und Hosenträgern, ein bodenlanger Spitzenrock, viktorianische Schluppenblusen und neben den T-Shirts, die mit Zeichnungen und Illustrationen aus Dohertys Feder bedruckt sind, gibt es einen Prince of Wales-Blazer, der dank des französischen Trikolore-Abzeichens, die englische mit der französischen Klassik versöhnt.

Von den Skizzen der Entwürfe über die Auswahl der Stoffe bis hin zur Anbringung der Knöpfe, die nach Dohertys Angaben "50 Jahre halten sollen" war der Musiker in jeden Schritt der Kollektion involviert

 

Auf dieses Thema gibt es eine Reaktion

  1. Nun ist es soweit.
    Pete wird alt.
    Wieso?
    Nun, schauen wir uns doch einfach mal in einer mittelhessischen Kleinstadt um. Gießen? Ja? Da sollten wir uns hinsetzen, direkt gegenüber die Coffee Bay, und uns umschauen. Was sehen wir?
    Paare, die alle im Partnerlook herumstreunern, auf der Suche nach einem günstigen Tchiboschnäppchen oder auch bei Charles Vögele einen oder auch zwei gleichförmige Übergangsjacken zu ergattern.
    Diese Pärchen sind meist um die 60, halten sich süß an den Händen und schauen immer, wo der andere bleibt. Man beachtet sich, man kennt sich und man weiß, dass Bequemschuhe irgendwann nötig sind.
    So anscheinend auch Pete.
    Warum denn nicht mit seinem Partner aller WElt signalisieren, dass man zusammen gehört? Dass man sich liebt? Dass man am liebsten in den Körper des anderen kröche?
    Schön. Liebe ist schön.
    Von daher werde ich mich nicht mehr über den Bärchen-äh Pärchen-Look lustig machen, denn Pete ist ja obercool, der weiß ja, was hip, trendy and what-the-fuck-ever ist. Nur, dass die ältere Generation ihm schon vorauseilte. In Bequemschuhen und unförmigen Jack-Wolfskin-Outdoor-mit-innen-wärmenden-Fleece-Jacken, außen glänzend, wahlweise rot, schwarz oder blau.

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