
Aus: Vivian Maier. Street Photographer. Fotos von Vivian Maier, herausgegeben von John Maloof, erschienen bei powerHouse Books
Während viele Orte der Welt immer homogener werden, gehören Großstädte zu den letzten Bastionen von Vielfalt. In der Großstadt treffen Menschen unterschiedlichster Kulturen, ethnischer Zugehörigkeiten und Interessen aufeinander und machen sie zu Magneten für kreative Köpfe. Die Sehnsucht nach der Vielfalt der Großstädte ist es, warum uns Fotos wie die von Vivian Maier so faszinieren.

Aus: Vivian Maier. Street Photographer. Fotos von Vivian Maier, herausgegeben von John Maloof, erschienen bei powerHouse Books
Geboren in New York 1951 zog Vivian Maier, damals 25, von Frankreich nach New York und später weiter nach Chicago. Sie arbeite 40 Jahre lang als Kindermädchen, an ihren freien Tagen wanderte sie durch die Straßen und machte mit ihrer Rolleiflex-Kamera mehr als 100.000 Fotos, die sie nie jemandem zeigte. Die Aufnahmen, die fast zeitgleich mit ihrem Tod 2009 entdeckt wurden, zeigen wunderschöne und gerade zeitlose Abbilder des urbanen Amerikas, allein anhand der Kleidung der Subjekte lassen sich die Fotografien in eine Zeit einordnen.

Aus: Vivian Maier. Street Photographer. Fotos von Vivian Maier, herausgegeben von John Maloof, erschienen bei powerHouse Books
Vivian Maier war unglaublich talentiert darin, in ihren Schnappschüssen sowohl die alltäglichen Kuriositäten als auch poetische Momente des Großstadtlebens mit erstaunlicher Authenzität festzuhalten: Seien es fliegende Tauben, Grimassen von Straßenverkäufern, eine in der Dämmerung spazierende Familie oder Armut am Rande der Gesellschaft. Vivian Maiers Fotografien zeigen, dass man in der Großstadt findet, woraus Träume gemacht sind – gleichzeitig aber auch, dass es manchmal unmöglich ist zu träumen.
Nur sehr wenig ist über Vivian Maiers Leben und ihre Motivation bekannt. Vielleicht sah sie in Fotografie die Möglichkeit, vergängliche Momente zu verewigen. Auf einem Tonband, das gefunden wurde, sagt sie:
“I suppose nothing supposed to last forever. We have to make room for other people. It’s a wheel. You get on, you have to go to the end. And then someone has the same opportunity to go to the end and so on. And somebody else takes their place.”

Vivian Maier selbst mit ihrer Kamera. Aus: Vivian Maier. Street Photographer. Fotos von Vivian Maier, herausgegeben von John Maloof, erschienen bei powerHouse Books
Als er ein Buch über das Viertel in Chicago, in dem er aufwuchs, plante, erwarb John Maloof 2007 bei einer Versteigerung eine Kiste mit Negativen. Nachdem er die Kiste zwei Jahre gelagert hatte, fing er endlich an, seinen Erwerb durchzusehen. Als er Vivian Maiers Namen auf einem Fotolabor-Umschlag entdeckte, googlete er sie – nur um eine Traueranzeige zu finden. Vivian Maier war wenige Tage zuvor gestorben.
Seit zwei Jahren entwickelt John Maloof Vivian Maiers Aufnahmen. Nur ein Drittel hat es bisher vom Film auf Fotopapier geschafft. Eine Auswahl ist nun in dem Buch Vivian Maier: Street Photographer. veröffentlicht wurden.

Aus: Vivian Maier. Street Photographer. Fotos von Vivian Maier, herausgegeben von John Maloof, erschienen bei powerHouse Books
Erschienen bei powerHouse Books, herausgegeben von John Maloof, mit einem Vorwort von Geoff Dyer, $39.95 (ca €30).

Aus: Vivian Maier. Street Photographer. Fotos von Vivian Maier, herausgegeben von John Maloof, erschienen bei powerHouse Books

Ein sehr schöner, berührender Beitrag – wegen der Fotografien, aber auch der Worte. Habe diesen Text an alle meine Fotofreunde weitergeleitet, da wir uns gerade dem Thema “Streetphotography” widmen wollen. Der eine oder andere wird sich das Buch vor Weihnachten wünschen. Wenn nicht bei Amazon – wo zu erwerben? Lieben Gruß!
In New York bei tollen Kunstbuchhandlungen wie Clic oder Dashwood. Übers Internet direkt bei powerHouse! Bloß nicht bei Riesen wie Amazon, die zerstören eine ganze Industrie!
danke, dass auch fuer die aeltere generation etwas dabei ist